Raachermannl

Der Räuchermann, obersächsisch Raachermannel, gehört zu den wichtigen Figuren, die in der Weihnachtszeit auf keinem Tisch fehlen dürfen. Von Erzgebirgischen Spielzeugmachern in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfunden, gehört das Raachermannl noch heute zum liebevoll gepflegten Brauchtum. Der Urtyp des Raachermannl besteht aus einem hohlgedrechselten Grundkörper, in dessen Inneren ein Räucherkerzchen (Raacherkarzl) verglimmt und der Rauch durch Luftzug aus dem Mundloch im Kopf der Figur entweicht (nabelt).

Sicher entstand die Figur des rauchenden Mannes mit dem Aufkommen der Tabakkultur. Die typischen Handwerksberufe des Erzgebirges spiegelten sich in den Formen des Räuchermannes wieder: Förster, Bergmänner, Soldaten, Schaffner … Heute gibt es selbstverständlich auch weibliche Figuren. Und in Zeiten, wo das Tabakrauchen immer weniger Freunde findet, erfreuen sich auch die Räucheröfen großer Beliebtheit.
Schön besungen wird das Raachermannl im Rachermannl-Lied.

Tipp: Die schwarzen Räucherkerzen aus Crottendorf verströmen den typischen Geruch eines Hutznobnd.

     
     
   
Bornkinnel

Das „Bornkinnel“ ist eine Figur in Kindesgröße, die zur Weihnachtszeit und bei der Christmette in den Kirchen auf den Altar gestellt wird. Das „Christkindlein“, trägt ein weißes Hemdchen aus kostbarem Stoff, einen Mantel und um den Kopf einen goldenen Strahlenkranz. Seine rechte Hand ist zum Segen erhoben, die linke trägt die Weltkugel mit einem Kreuz. Das Bornkinnel ist eine regionale Besonderheit des Erzgebirges und des Vogtlandes.

     
   
Buckelbergwerk

Das Buckelbergwerk ist ein detailgetreues, oftmals mit mechanischen Antrieben versehenes Modell eines Bergwerkes. Es stellt das bergwerkliche Leben und Arbeiten als Miniatur im Querschnitt dar.

Früher wurde es von arbeitsunfähigen Bergleuten mit Schulterriemen auf dem Buckel von Haus zu Haus und von Ort zu Ort getragen und auf den Jahr- und Weihnachtsmärkten dem staunenden Publikum vorgeführt. Heute zählen die Buckelbergwerke zu den Kostbarkeiten der erzgebirgischen Volkskunstmuseen.

     
 
 
 
hutzn

Das vielleicht schönste erzgebirgische Wort.
Hutzn gieh = besuchen gehen.
Der Ort, wo sich Besuch und Gastgeber gemütlich am warmen Ofen versammeln und Geschichten erzählen, ist die Hutznstubn. Besonders an kalten Winterabenden war der Hutznobnd verbreitet. Und heute? Kommen Sie doch mal zu wpunktw hutzn, wir machen uns warme Gedanken und lassen unser Raachermannl nabeln.

     
 
Klöppeln

Klöppeln ist eine Technik, bei der mit sog. Klöppeln aus Holz, auf die spezielles Klöppelgarn gewickelt ist, durch Flechten, Drehen und Knüpfen feinste Spitzen hergestellt werden. Im Erzgebirge wird es heute oft als Hobby betrieben.

     
  
Lichterbergmann und Lichterengel

Bergmann und Engel gehören zu den Traditionsfiguren im weihnachtlichen Erzgebirge. Es war Brauch, das die Bergleute für jeden geborenen Sohn einen Bergmann und für jedes Mädchen einen Engel schnitzten. Mit den Lichterfiguren priesen die Bergleute das Licht, welches sie in der dunklen Jahreszeit selbst nur selten sahen. Die Figuren wurden in der Weihnachtszeit ins Fenster gestellt. Man konnte so die Anzahl der Kinder im Haus sehen und die Lichterfiguren leuchteten dem Bergmann seinen Heimweg.

     

 
Nussknacker

Den Nussknacker-König kann man als Prototyp der erzgebirgischen Nussknacker bezeichnen, die in etwa 130 Arbeitsgängen entstehen. Sie zeichnen sich durch ihre klare Grundform und die charakteristische Bemalung in Rot und Gelb oder Blau und Orange aus. Es gibt ihn als Wachsoldat, König oder Oberförster. Um 1870 entstand der erste Nussknacker in Seiffen. Aber es gibt sie inzwischen weltweit, wie das Modell aus den USA: »Nutcracker Fire Fighter«

     
  
Reifentier

Die Technologie des Reifendrehens zielt darauf ab, rationell und damit billig, Schnitzrohlinge, vor allem für Spielzeugtiere, herzustellen. Das Reifendrehen trug wesentlich zum Aufschwung der erzgebirgischen Spielzeugherstellung bei. Ein Langholz wird in die Drechselbank eingespannt und mittels Eisen geformt und abgedreht. In einem zweiten Arbeitsgang entsteht die Grundform – mit der sich schon schön spielen lässt – durch Aufspalten oder Aufsägen des Ringes. Im Anschluss werden die Formen durch Schnitzen weiter herausgearbeitet und in einem letzten Arbeitsgang durch Bemalung fertiggestellt.

Seiffen ist das Zentrum der erzgebirgischen Spielzeug- und Weihnachtsfigurenproduktion. Der Besuch des Städtchens lohnt immer – wir empfehlen das Spielzeug- und Freilichtmuseum und die Schauwerkstatt der Seiffener Volkskunst eG, wo man eine Menge über die Geschichte und die Herstellung der beliebten Figuren erfahren kann. Einen kleinen Einblick in die Werkstatt und das Museum haben wir in unserer Diaschau zusammengestellt. Unsere Tipps: spielzeugmuseum-seiffen.de schauwerkstatt.de

     
 
Schwibbogen

Der Schwibbogen ist seit mehr als 250 Jahren untrennbar mit der Erzgebirgsweihnacht verbunden.
Es war die Sehnsucht der Bergleute nach dem Licht, die den Schwibbogen hervorbrachte. Sie haben zur letzten Schicht vor dem Weihnachtsfest, der sogenannten Mettenschicht, ihre brennenden Grubenlampen wie das Mundloch des Stollens halbkreisförmig an die Wand gehängt.
Der erste Schwibbogen entstand um 1740 in Johanngeorgenstadt. Er waren aus Eisen geschmiedet und farbig bemalt. Zur »Feierohmdschau« 1937 wurde der Entwurf von Paula Jordan preisgekrönt – mit Bergleuten, Schnitzer und Klöppelfrau ist er das bekannteste Motiv.

     
 
Spinne

Die Spinne ist ein Deckenleuchter, die wie der Schwibbogen seinen Ursprung in der Tradition der Mettenschicht (letzte Schicht des Jahres) hat. Zum Schmuck bei der Andacht wurden die Grubenlampen auf Felsvorsprüngen zusammengestellt. Die Spinne wird in der Wohnung an der Decke aufgehängt.

     
   
Weihnachtsberg

Der Weihnachtsberg wird in der Weihnachtszeit in den Stuben aufgebaut. Oft stellt er mit seinen geschnitzen und gedrechselten Figuren die Weihnachtsgeschichte oder Leben Jesus Christus von der Geburt bis zur Auferstehung dar. Aber auch weihnachtliche Dörfer, Städtchen und Szenen aus dem Bergbau werden dargestellt – diese oft auch als sogenannte »mechanischen Weihnachtsberge« mit beweglichen Figuren.

     
   
Weihnachtsmann

Am Heiligen Abend steht im Erzgebirge der Weihnachtsmann vor der Tür. Kinder bekommen dann meist ein ungutes Gefühl und das schlechte Gewissen plagt sie. Denn nur die guten Kinder bekommen Geschenke aus dem Sack – Nüsse, Äpfel und Kleinigkeiten. Auf die bösen Kinder wartet die Rute.

     
 
Weihnachtspyramide

Die Pyramide gehört zu den wichtigsten Weihnachtssymbolen im Erzgebirge. Sie ist ein Lichtergestell, meist aus Holz, das durch aufsteigende Wärme von Kerzen ein Flügelrad in Bewegung setzt und christliche Figuren oder Szenen erzgebirgischen Lebens bewegt. Die Pyramide dient als weihnachtlicher Zimmerschmuck. Großpyramiden schmücken im Erzgebirge die Weihnachtsmärkte. Die Geschichte der Weihnachtspyramide geht bis ins Mittelalter zurück und hat ihren Ursprung in der Verehrung des Lichtes in der dunklen Jahreszeit.